Paul`s Story 02

Paul kam nach einer langen, aber weniger anstrengenden Nacht nach hause. Sein einziger Gedanke war das Sofa, und ein wenig entspannen und vom Fernseher sich berieseln zu lassen. Er hing seinen, vom Regen durchnässten, Mantel an die Garderobe, stellte seine dreckigen Schuhe in die Ecke und kramte die neuen Hausschuhe hervor, welche er in seiner Wohnung immer trug. Dann ging er in die Küche und schmiss die Post auf den Küchentisch, welche er zuvor aus dem Briefkasten gefischt hatte. Wie immer, nach einem Langen Tag, oder auch einer langen Arbeitsnacht, machte Paul sich erst einmal was zu Essen.
Obwohl für ihn Feierabend war, und man meinen könnte das ihm nach einer warmen Mahlzeit zu sein schien, entschied Paul sich auf seinen Bauch zu hören, und für die Morgenstunde übliche Cornflakes zu essen. Ein bisschen Milch über die Getreidemahlzeit, ein wenig Kakaopulver hinzu, und schon war die letzte Mahlzeit vor der „Nachtruhe“ fertig.

Eigentlich wollte sich Paul damit direkt vor seinen Fernseher setzten und das Frühstücksfernsehen schauen, und die aktuellen Nachrichten, jedoch viel ihm die Post wieder ein. Zumindest kurz drüber schauen kannst du ja Paul – sachte er zu sich selbst. Wie an den meisten Tagen war die Post voll mit Werbung. Ein regelrechtes Highlight war da die Rechnung für seinen Telefonanschluss – aber mal ehrlich wer hat schon gerne Rechnungen in seiner Post. Dann jedoch kam Paul zum letzten Brief. Auf dem Absender stand: Detektiv Kanzlei Kunt und Kunze. Dies war ein Brief auf den Paul lange gewartet hatte, da er sich bei dieser Kanzlei beworben hatte. Eigentlich gefiel ihm seine Privatkanzlei ganz gut. Er war niemanden was schuldig, konnte die Fälle ablehnen und annehmen wie es ihm passte und war sein eigener Herr. Was ihn jedoch störte war das unregelmäßige Einkommen. In den meisten Monaten hatte er grade das nötigste Geld zusammen zum leben, für die Miete und vielleicht mal die eine oder andere Hose oder ein neues Hemd. Aber wirklich Geld, um es für schlechte Zeiten zurück zulegen blieb selten übrig. Wenn, dann musste er es spätestens drei Monate später wieder aus seinem Sparstrumpf holen, weil der letzte Monat keine ausreichenden Einnahmen brachte.
Damit sollte auf lange Sicht hin Schluss sein. Darum hatte Paul sich bei der Detektiv Kanzlei Kunt und Kunze beworben. Als Detektiv einer Kanzlei hatte man den Vorteil, gegenüber einer Privatkanzlei, das man ein regelmäßiges Einkommen hatte, welches auch ein gutes Leben ermöglichte, und man auch den einen oder anderen Euro mal zurück legen konnte, ohne ihn später wieder zu seinem normalen Geld hinzuzunehmen. Das Bewerbungsgespräch lief damals auch soweit gut für Paul. Der Junior Assistent, mit dem er das Bewerbungsgespräch führte hatte sofort Interesse an ihm gezeigt und hätte ihn am liebsten sofort eingestellt. Leider waren die beiden Senior Partner noch nicht so überzeugt von Paul. Dies führte dazu, das er vorerst vertröstet wurde. Kurze Zeit später wurde er zu einem erneuten Gespräch mit Herrn Konsten, dem Junior Assistenten, geladen. Dieser wollte sich vergewissern das Paul immer noch gerne zu ihrer Kanzlei kommen würde. Natürlich hatte Paul noch immer das Ziel vor Augen, hatte sich aber schon länger nicht mehr mit dem Thema befasst, da er auch nichts von der Kanzlei bis zu dem Zeitpunkt gehört hatte. Am Ende stellte sich jedoch wieder heraus das die Senior Chefs sich immer noch sträubten einen weiteren Detektiv einzustellen. Paul öffnete nun den Brief und lass ihn aufmerksam durch. – leider können wir uns sie zum derzeitigen Zeitpunkt … Sie sind unsere erste Wahl … sobald Finanziell – er wurde ein weiteres Mal nur vertröstet. Wütend und enttäuscht knüllte er den Brief zusammen und schmiss ihn zielsicher in den Papierkorb. – er hätte vielleicht lieber Basketballprofi werden sollen.
Auch die restliche Post, abgesehen von der Telefonrechnung, wanderte in den Papierkorb. Diese Rechnung nahm Paul mit ins Wohnzimmer, zusammen mit seiner Cornflakesschüssel und der schlechten Laune, welche sich in ihm breit machte und heftete sie ordentlich in den Ordner für Rechnungen.

Sein Wohnzimmer sah, wie meistens, aus als hätte dort seid Tagen keiner mehr aufgeräumt, wie es schließlich auch der Fall war. Alte Schüsseln, von seinen Cornflakes, leere Getränke Flaschen und das Fernsehprogramm der letzten drei Wochen lagen auf dem Wohnzimmer Tisch. So ordentlich Paul seinen Schreibtisch, in seinem Büro hielt, so unaufgeräumt war sein heimisches Wohnzimmer. Das sollte sich, zumindest für heute ändern. Er räumte kurz das Geschirr in die Spühlmaschiene, lagerte die leeren Pfandflaschen wieder in die Getränkekisten ein und schmiss die alten TV Programme weg. So sollte zumindest für die nächsten zwei oder drei Tage etwas Ordnung herrschen.
Nun war es dann aber Zeit für seinen wohl verdienten Feierabend. Er legte sich auf seine Couch, nahm die Fernbedienung in die Hand und schaltete ein wenig durch die Programme. Was ihm zu seiner Enttäuschung dabei auffiel war, dass das Frühstücksprogramm keinerlei Qualität besaß und wohl wirklich für die Frühaufsteher gedacht war, welche noch nicht fähig waren zu denken, da sie grade erst aufgestanden waren und sich noch im Halbschlaf befanden. So schaltete Paul noch zehn weitere Minuten gelangweilt durch die Programme, bis er auf eine Dokumentation über die größten Bagger der Welt stieß. Eine an und für sich interessante Doku dachte Paul sich, nur war sie nicht interessant genug um ihn nach seinem langen Tag noch weiter wach zu halten, so das er während des Berichts über einen Kohle Bagger irgendwann einschlief.

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