Paul`s Story 01

Es war ein kalter, verregneter Oktober Morgen. Paul stand alleine vor seinem Schreibtisch, die letzte Akte von seinem abgeschlossen Fall lag vor ihm. Eigentlich keine große Sache, um die er sich kümmern sollte. Es war nur ein kleiner Job gewesen, ein solcher den man als Privatdetektiv annahm wenn man grade sonst keinen aktuellen Fall hat, aber trotzdem seine täglichen Brötchen verdienen muss. Das Licht glimmte nur schwach von der Deckenbeleuchtung, so wie Paul es mochte. Das eigentliche Licht, welches die Akte beleuchtete kam vom Monitor seines Rechners. Er ging vom Schreibtisch rüber zu seinem Kühlschrank und öffnete ihn. Sein Griff ging zielsicher zum untersten Fach, dort wo er das Bier lagerte. Er griff sich eine Flasche und wollte sie grade öffnen, stellte sie aber wieder zurück und nahm stattdessen eine der Cola Flaschen, öffnete sie und trank einen großen Schluck daraus und nahm sie mit zu seinem Schreibtisch. Dort stellte er sie auf einen schon mehrmals benutzten Bierdeckel. Sein griff ging zu der Akte. Er öffnete sie, und auf dem ersten Blatt war im obersten Feld sofort der rote „geschlossen“-Stempel zu sehen. Er schaute sich die Papiere nicht gerne erneut an, aber sein inneres Verlangen zwang ihn erneut dazu. Auf der letzten Seite erblickte er das Foto der Klientin.
Er hielt kurz den Atem an, und zog dann wieder Luft in seine Nase. Diese Frau hatte ihm stark zu schaffen gemacht, in den letzten Tagen und Wochen. Er musste sich das Foto nicht einmal richtig anschauen und schon hatte er ihr Gesicht erneut klar vor Augen. Die dunklen, verspielten, lockigen Haare, ihre strahlend schönen blauen Augen und die wundervollen Lippen, von welchen er sich nur einen Kuss ersehnte. Müsste Paul seine Traumfrau beschreiben, so würde er immer wieder das Aussehen seiner letzten Klientin beschreiben. Wie ein Engel der auf die Erde hinunter kam. Natürlich glaubte Paul nicht an dieses ganze biblische Gerede, jedoch wusste er auch nicht wie er diese Frau hätte mit nur einem Wort beschreiben sollen, wenn nicht mit dem Wort „Engel“. Es war auch nicht der Fall der ihm so zu schaffen machte, nein der war nicht der Rede wert, es war diese wunderbare Frau, welche ihm nicht mehr aus dem Kopf ging.

Nachdem der Fall abgeschlossen war hatte er sich noch mal bei ihr gemeldet, um sie ganz unverbindlich, und vor allem privat, auf einen Kaffee einzuladen. Er wollte sie näher kennen lernen, den Charakter hinter diesem engelsgleichen Gesicht. Die Antwort war jedoch ernüchternd, wenn auch nicht unerwartet. Sie gab ihm einen Korb. Paul hatte zuvor schon damit gerechnet, aber als es dann soweit war tat es dennoch weh. Sie war einfach eine Klasse zu groß für ihn, und die Welt in der sie lebte war so unterschiedlich zu seiner wie die Nacht es zum Tage war. Er musste mit der ganzen Sache abschließen, wenn er sich auf neue Fälle konzentrieren wollte. Der griff erneut zu seinem Getränk, nahm nochmal einen Schluck und schloss die Akte wieder. Er nahm sie und stellte sie das erste mal, nach Abschluss der Falles, in den Aktenschrank. Dort sollte sie dann auch für lange Zeit stehen bleiben, schwor Paul sich. Dann ging er wieder zu seinem PC und schiebte die dazugehörige Akten-Datei in den Ordner für abgeschlossene Fälle. Danach schaltete er seinen Rechner aus und ging Richtung Büro Tür. Paul schnappte sich seinen Mantel vom Kleiderhaken, stellte den Kragen aufrecht, als Schutz vor dem schlechten Wetter, welchen draußen noch tobte und verließ sein Büro für den restlichen Tag.

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