Das Böse 01

Es war eine raue, kalte Nacht. Er, dessen Name unbekannt war, und er, der so viele Gesichter hatte stand mit ruhigem Atem in seinem Werkzimmer, vor einer Wand an dem eine Korkplatte befestigt war, welche er als Notizwand nutzte. Daran hingen mehrere Zeitungsberichte. Er griff sicher zu einem der an der linken oberen Ecke befestigt war. Die Überschrift lautete „Vergewaltigt und Zerstückelt“. – Am gestrigen morgen fand die Polizei Hamburg in einer abgeschiedenen, alten Lagerhalle eine Leiche, welche in mehrere einzelne Teile zerlegt wurden war. Erste Untersuchungen ergaben dass das Opfer vor seiner Hinrichtung brutal vergewaltigt wurde. Die Hamburger Polizei wurde in allerhöchste Alarmbereitschaft versetzt und es wurde bereits ein Sonderkommando, unter Leitung des hiesigen Leitenden Ermittlers zusammen gestellt. Der Mörder soll möglichst schnell gefunden werden, um den Hamburger Bürgern schnell wieder Ruhe und Sicherheit zu gewähren. Nach ersten Informationen hat die Polizei jedoch noch keinerlei Spuren, welche zu einem potenziellen Täter führen könnten. –
Natürlich hat die Polizei noch keine Spuren, weil ich keine zurück gelassen habe – welch eine Schande. Eure Ermittlungen sind so Fehlerbehaftet. Wie könnt ihr euch nur Polizei nennen. Das Opfer wurde nicht vor seiner Hinrichtung vergewaltigt. Wer hat diese Vermutung nur an die Öffentlichkeit weiter geleitet. Eine Beleidigung für meine Kunst.

Er ließ seine Tat noch einmal Revue passieren. Diese Frau, eine einfache Prostituierte, wie sie auf der sündigen Meile von St.Pauli zu jeder Tageszeit zu finden war. Er hatte sie zuvor entführt. Das war ganz einfach gewesen. Sie war zu ihm gekommen, nicht er zu ihr. Wie es Gang und Gebe war, sprachen die Damen ihre potenziellen Freier auf der Straße an und nahmen sie dann mit auf ihr Zimmer, oder ließen sich auch auf Wunsch des Kunden mitnehmen. Es war schon fast leichter die Frau in seinen Kleinbus zu bekommen, als einem Kind den berühmten Lolly zu stehlen. Sie sprach ihn ganz direkt an, ob er ein wenig Spaß haben wolle. Natürlich wollte er den, nur nicht die Art von Spaß welche Sie meinte. Das wusste sie jedoch nicht. Also sagte er ganz trocken „Ja“. Auf die Frage hin wo und wie er es gern hätte musste er nur noch sagen das er hier, ganz in der nähe, ein Hotelzimmer habe, und sie dort eben mit dem Kleinbus hinfahren würden. Sie schaute ihn zwar etwas misstrauisch an, schien aber einen schlechten Tag erwischt zu haben, was die Freier anging. So sagte sie OK, nannte aber einen etwas höheren Listenpreis, als es im Normalfall üblich war, wenn eine Prostituierte mit zu einem Fremden Kunden kam.
Er hatte seine Tat sorgfältig geplant. Um die Prostituierte nicht misstrauisch zu stimmen hatte er sich tatsächlich ein Hotelzimmer gemietet. So kam es das er in die Tiefgarage des Hotels einbog und im Schutz, eines toten Winkels, der nicht von den Überwachungskameras erfasst wurde die Frau mit einer Spritze überwältigte und betäubte. Danach lud er sie in den hinteren Bereich seines Wagens, legte noch eine dunkle Decke über sie und ging für ein paar Minuten auf sein Zimmer. Er wusste das, wenn er wieder zurück am Auto war, die Frau dort immer noch reglos liegen würde. So konnte er sich in aller Ruhe umziehen, ein paar „Spielsachen“ einpacken und wieder zu seinem Vehikel zurückkehren. Wie er es geplant hatte, die Frau lag immer noch reglos im Hinteren Teil des Wagens. So konnte er zu seiner Spielwiese fahren, ohne das jemand fragen stellen konnte, warum er sofort nach Ankunft in der Tiefgarage wieder wegfuhr. Er hatte jetzt eine gute Ausrede, das er sich einfach für den weiteren Abend umziehen, und frisch machen wollte. Dann fuhr er zu dem verlassenen Lagerhaus, wo er bereits Vorbereitungen getroffen hatte. Er hatte eine spezielle Matratze vorbereitet, auf die er die Prostituierte so fesseln konnte das die Fesseln an Unterarmen und Waden befestigt werden konnten.
Dies tat er dann auch, jedoch nicht ohne ihr zuvor die Kleider vom Körper zu entfernen. Anschließend legte er ihr noch einen Knebel an. Dann griff er in seine Tasche und holte ein Tuch, sowie ein kleines Fläschchen hervor. Den Lappen beträufelte er dann mit der Flüssigkeit aus der Flasche und hielt ihn der Frau unter die Nase, worauf sie sofort erwachte, jedoch noch deutlich benommen war. Als sie erkannte in welcher Situation sie war wollte sie sofort los schreien, doch ihre Schreie wurden von dem zuvor angelegten Knebel unterdrückt.
Er fing auf diese Reaktion an zu lachen und griff erneut in seine Tasche. Dann hielt er eine Scharfe Axt in der Hand. Er ließ sie über die nackte Haut der Frau gleiten, welche immer mehr Angst entwickelte, im klaren Bewusstsein was auf sie zukommen würde. Er holte viermal kräftig aus und schlug ihr so die Hände und die Füße ab. Sie verlor schnell Blut und wurde Ohnmächtig. Dann vergnügte er sich noch ein wenig mit der verstümmelten Frau, bevor er sie weiter zerstückelte. Jeder Hieb war genau auf die Gelenkte gerichtet. So das sowohl Arme und Beine jeweils in drei Teile getrennt wurden. Den Kopf schlug er separat ab, und den Torso ließ er in dem Zustand wie er war. Dann positionierte er alle Einzelteile, so wie sie zusammen gehörten, und Verließ die Halle, ohne auch nur ein Spur zu hinterlassen, welche zu ihm führen könnte.

Für ihn war es Kunst, einen Menschen so genau zu Teilen. Ihm war unklar warum ihn die Medien als Monster beschimpften. Er war Künstler, kein Monster.
Er hing den Zeitungsbericht wieder an die Wand und ließ seinen Blick zu einem weiteren Bericht, mit Foto, schweifen. Auf dem Bild war ein blonder Mann mit grünen Augen, einem roten Vollbart und einem etwas fülligem Gesicht abgebildet. Des weiteren Trug er einen grauen, abgewetzten Hut. Als Titel zu dem Bericht stand in großen Buchstaben „Detektiv klärt mysteriöses verschwinden auf“.
Wir zwei werden uns bald über den Weg laufen …

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